ein Lebensinhalt

Wer bin ich?

Ich bin 1975 geboren. Als Kind hing ich am Zaun des Pferde züchtenden Nachbarn. Was war ich glücklich, als ich mal rein durfte! Pferde! Stufe 1 Glück erreicht!

Wie es seinerzeit so war, wollte der Nachbar hauptsächlich keine Arbeit mit uns Kindern haben und keine Verantwortung übernehmen. Da musste keine Aufsicht her. Hat uns die übermütige schwarze Dogge mal wieder umgerannt, lagen wir halt da, stieg uns ein Pferd auf den Fuß, humpelten wir heim und wurden geschimpft, dass wir nicht aufgepasst haben.

Irgendwann durften wir auf die Pferde drauf klettern, wenn wir es schafften. Hurrah! Stufe zwei des Pferdglücks! Wir manövrierten ein Pferd an den Zaun (immerhin wussten wir, welche bereits geritten waren und haben kein Jungpferd erwischt), kletterten den Zaun hoch, stiegen rüber, das Pferd drehte sich mit "was machst du da?"-Blick zu uns um, den Hintern entsprechend weg, zack, Kind zwischen Pferd und Zaun. Also nochmal. Diesmal mit Schwung weit rüber, das Pferd drehte sich nicht weg. Mist. Kind jenseits vom Pferd am Boden.

Die Freundin, die dabei war, kam noch ein paar Jahre mit und probierte. Ich wollte mehr wissen, wie man reitet und nahm im Nachbarort Unterricht. Vom Taschengeld, Geburtstagsgeld, Weihnachtsgeld. Die 4 km bin ich mit dem Fahrrad gefahren. Sommer wie Winter. Stufe 4 vom Pferdeglück!

27 Jahre lernte ich auf Schulpferden, wandte auf den Pferden des Nachbarn das Gelernte an, ritt Kurse, Einzel- und Gruppenunterricht, gelegentlich ein Turnier (außer Konkurrenz, denn ein Abzeichen hatte ich nicht, aber die lokal Ansässigen ließ man trotzdem mal mitreiten, gab halt keine Platzierung, keine Punkte, ...), ritt eine Zeitlang viele Jagden, hatte auch Reitbeteiligungen, die mir laufend "unterm Hintern weg verkauft" wurden, da sollte wieder ein Pferd verkauft werden, das ich viel geritten hatte. Diesmal war ich erwachsen, sesshaft und im Beruf angekommen. So, Stufe 5, das größte Glück war gezündet! Ich kaufte ihn und hatte mein erstes eigenes Pferd. In diesem Jahr verstarb dieses an einer Kolik, nachdem man schon gemerkt hatte, der blütige Typ verabschiedet sich so langsam. Seine Zähne hatten sich vor ihm verabschiedet, er kränkelte immer mehr vor sich hin und die erste Kolik seines Lebens verlief tödlich.

Parallel hatten wir immer einen zweiten Wallach, weil der Mann auch reiten angefangen hatte. Inzwischen lebt von beiden Pferden Nr. 2 bei uns. Schon die ersten Pferde sind nach sehr kurzer Zeit in den Aktivstall gezogen - das bewerte ich im Rückblick als Stufe 6 des Pferdeglücks!

Wie es immer so ist, wenn man die Tiere mal hat: man lernt nicht aus. Mit jeder Krankheit oder Verletzung erweitert man sein Wissen, insbesondere, wenn man so perfektionistisch ist wie ich. Ich kann es nicht haben, irgendwas nicht zu wissen. Lieber lese ich noch mehr und mehr und frage nochmal drei Profis, bis ich jede Lehrmeinung kenne, jede seltsame Behauptung und die Argumente dahinter auswerten kann. Einiges von diesem Wissen gebe ich auch gerne weiter. Wenn Du abgreifen möchtest: was öffentlich ist, darfst Du lesen.